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<title>Marschallstab</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Marschallstab</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Der <b>Marschallstab</b> wird von einem <a href="Marschall" title="Marschall">Marschall</a> als <a href="Insigne" title="Insigne">Insigne</a> seiner <a href="W%C3%BCrde" title="Würde">Würde</a> als <a href="Stock_(Stab)" class="mw-redirect" title="Stock (Stab)">Stab</a> geführt und bei <a href="Zeremonie" title="Zeremonie">zeremoniellen</a> Anlässen getragen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehung">Entstehung</h2></div>
<p>Der Marschall bezeichnet ein hohes Amt an fürstlichen Höfen und war der (militärische und politische) Führer der <a href="Ritterschaft" title="Ritterschaft">Ritterschaft</a> des jeweiligen Fürsten. In der <a href="Renaissance" title="Renaissance">Renaissance</a> spaltete sich das Amt in militärische Führer, den Leiter des Hofes und den Vorsitzenden der Adelsvertretung auf.
</p><p>Bei feierlichen Gelegenheiten trug der <a href="Hofmarschall" title="Hofmarschall">Hofmarschall</a> einen langen Stab als Zeichen seiner Würde und machte bei Hof an der Marschallstafel, einer Nebentafel für die Personen, welche nicht an der fürstlichen Tafel selbst Plätze erhielten, den Wirt. Die Person des Hofmarschalls mit dem langen Stab sieht man heute noch u. a. am englischen Hof.
</p><p>Aus dem Marschallstab (<a href="Kommandostab" title="Kommandostab">Kommandostab</a>) wurde im Mittelalter ein Würdeabzeichen der höchsten militärischen Befehlshaber. Beim Militär war <a href="Generalfeldmarschall" title="Generalfeldmarschall">Generalfeldmarschall</a> (auch <i>Feldmarschall</i>, <i>Marschall der Armee</i> o. dgl.) der höchste Dienstgrad. Der Marschallstab entwickelte sich aus dem <a href="Streitkolben" title="Streitkolben">Streitkolben</a> der <a href="Ritter" title="Ritter">Ritter</a>.
</p><p>Der <a href="Gro%C3%9Fadmiralstab" title="Großadmiralstab">Großadmiralstab</a> wurde bei der deutschen <a href="Kaiserliche_Marine" title="Kaiserliche Marine">kaiserlichen Marine</a> ohne vorherige Tradition dem Marschallstab nachgebildet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Marschallstäbe_in_verschiedenen_Ländern"><span id="Marschallst.C3.A4be_in_verschiedenen_L.C3.A4ndern"></span>Marschallstäbe in verschiedenen Ländern</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sparta">Sparta</h3></div>
<p>Kommandostäbe waren bereits im klassischen Griechenland in Gebrauch. Belegt ist dies etwa für die <a href="Spartanisches_Heer" title="Spartanisches Heer">Armee</a> <a href="Sparta" title="Sparta">Spartas</a>, von der <a href="Plutarch" title="Plutarch">Plutarch</a> berichtet, dass der <a href="Strategos" title="Strategos">Feldherr</a> <a href="Gylippos" title="Gylippos">Gylippos</a> während der <a href="Sizilienexpedition" title="Sizilienexpedition">Belagerung von Syrakus</a> 414 v. Chr. allein durch seinen Kommandostab und Feldherrnmantel die Wende bewirkte.<sup id="cite_ref-Plutarch_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Plutarch-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Römisches_Reich"><span id="R.C3.B6misches_Reich"></span>Römisches Reich</h3></div>
<p>In der römischen Frühzeit, später auch in der <a href="Diktatur" title="Diktatur">Diktatur</a> war dem <a href="K%C3%B6nig" title="König">König</a>, <a href="Praetur" title="Praetur">Prätor</a>, <a href="Consulat" class="mw-redirect" title="Consulat">Konsul</a> und zuletzt auch dem <a href="R%C3%B6mischer_Diktator" title="Römischer Diktator">Diktator</a> eine Gruppe von <a href="Liktor" title="Liktor">Liktoren</a> zugeordnet, die die Funktion der Leibwächter ausübten. Ihr Zeichen war das <a href="Fascis" class="mw-redirect" title="Fascis">Liktorenbündel</a> (lat. <i>fasces</i>). Ursprünglich waren die <a href="Fascis" class="mw-redirect" title="Fascis">Fasces</a> einfache Gerten, die als harmlose Schlagwaffe benutzt wurden. Später wurden die Fasces als Rutenbündel mit einer Beilklinge als Hoheitszeichen dem Würdenträger vorangetragen. Diese Fasces wandelten sich über die folgenden Jahrhunderte zu einem bloßen <a href="Orden_und_Ehrenzeichen" title="Orden und Ehrenzeichen">Ehrenzeichen</a>. Der Stock oder Stab findet sich aber als Rangsignatur auch bei <a href="Centurio" title="Centurio">Centurionen</a>, die neben dem querstehenden Federbusch auf dem Helm die Vitae führten.
</p><p>Der Marschallstab in sich ging aus der Kriegskeule als Blankwaffe hervor.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heiliges_Römisches_Reich"><span id="Heiliges_R.C3.B6misches_Reich"></span>Heiliges Römisches Reich</h3></div>
<p>Bereits die Feldmarschälle des <a href="Heiliges_R%C3%B6misches_Reich" title="Heiliges Römisches Reich">Heiligen Römischen Reiches</a> trugen Kommandostäbe, die aber sehr unterschiedlich gearbeitet waren. <a href="Wallenstein" title="Wallenstein">Wallenstein</a> wird als erster <a href="Generalissimus" title="Generalissimus">Generalis</a> von um 1634 mit Stab so später dargestellt. <a href="Eugen_von_Savoyen" title="Eugen von Savoyen">Prinz Eugen</a> führte einen Kommandostab, der aus zwei zusammengeschweißten <a href="Muskete" title="Muskete">Musketenläufen</a> gearbeitet war und viele Durchbrechungen aufwies.
</p><p>Nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches (HRR) 1806 wurden keine Reichsgeneralfeldmarschälle mehr ernannt.
</p><p>Auch die Generalfeldmarschälle bzw. Feldmarschälle verschiedener Reichsländer des HRR wie <a href="Kurbrandenburg" class="mw-redirect" title="Kurbrandenburg">Kurbrandenburg</a> (siehe Bild von <a href="Alexander_von_Spaen" title="Alexander von Spaen">Alexander von Spaen</a>, 1691), <a href="Kurbayern" class="mw-redirect" title="Kurbayern">Kurbayern</a>, <a href="Kurhannover" class="mw-redirect" title="Kurhannover">Kurhannover</a>, <a href="Kursachsen" class="mw-redirect" title="Kursachsen">Kursachsen</a> oder <a href="Kurpfalz" title="Kurpfalz">Kurpfalz</a> trugen einen Stab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Preußen"><span id="Preu.C3.9Fen"></span>Preußen</h3></div>
<p>Beim Tode von <a href="Arthur_Wellesley%2C_1._Duke_of_Wellington" title="Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington">Arthur Wellesley, Herzog von Wellington</a>, 1852 führte das <a href="K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen" title="Königreich Preußen">Königreich Preußen</a> den Marschallstab wieder ein. Wellington war ehrenhalber Generalfeldmarschall der <a href="Preu%C3%9Fische_Armee" title="Preußische Armee">preußischen Armee</a>. Vor seiner Beerdigung wurde festgestellt, dass er zwar einen englischen Marschallstab mit ins Grab bekommen sollte, aber – weil nicht vorhanden – keinen preußischen. So wurde im Schnellverfahren ein preußischer Marschallstab gefertigt und mit in das Grab gelegt.
</p><p>Der preußische 30 cm lange Feldmarschallstab zeigte auf himmelblauem Samt abwechselnd goldene <a href="Krone_Wilhelms_II." title="Krone Wilhelms II.">Königskronen</a> und <a href="Adler_(Wappentier)#Preußischer_Adler" title="Adler (Wappentier)">heraldische Adler</a>. An den Querschnittflächen war der schwarze heraldische königliche Adler auf weißem Grund angebracht.
</p><p>Die Marschallstäbe der anderen deutschen Staaten ähnelten meist den preußischen Stäben dieser Zeit, mit Abweichungen in <a href="K%C3%B6nigreich_Bayern" title="Königreich Bayern">Bayern</a> und <a href="K%C3%B6nigreich_W%C3%BCrttemberg" title="Königreich Württemberg">Württemberg</a>.<sup id="cite_ref-buch_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-buch-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Interimsfeldmarschallstab">Interimsfeldmarschallstab</h4></div>
<p>Den Interimsfeldmarschallstab (im täglichen Dienst getragen) gab es nur bei den deutschen Streitkräften. Der Stab war von Kaiser <a href="Wilhelm_II._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm II. (Deutsches Reich)">Wilhelm II.</a> gestiftet worden. Er glich einem Reitstock mit goldener Königskrone am oberen Ende. Mitunter wurden Marschallstäbe besonders angefertigt, so für das 50-jährige Militärjubiläum von König <a href="Albert_(Sachsen)" title="Albert (Sachsen)">Albert von Sachsen</a> und zum 90. Geburtstag des Feldmarschalls <a href="Helmuth_Karl_Bernhard_Graf_von_Moltke" class="mw-redirect" title="Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke">Helmuth von Moltke</a> (mit Diamanten besetzte Marschallstäbe der preußischen Ausführung).<sup id="cite_ref-buch_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-buch-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Deutsches_Kaiserreich">Deutsches Kaiserreich</h3></div>
<p>Da sich das <a href="Deutsches_Heer_(Deutsches_Kaiserreich)" title="Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich)">Deutsche Heer</a> auf die <a href="Gliedstaat" title="Gliedstaat">Bundesstaaten</a> verteilte, wurden im <a href="Deutsches_Kaiserreich" title="Deutsches Kaiserreich">Deutschen Kaiserreich</a> Marschallstäbe wie vor 1871 von den Bundesstaaten verliehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wehrmacht_nach_1935">Wehrmacht nach 1935</h3></div>
<p>Im <a href="Drittes_Reich" title="Drittes Reich">„Dritten Reich“</a> gab es infolge des aufblühenden systematischen <a href="Personenkult" title="Personenkult">Personenkults</a> erstmals einheitliche Marschallstäbe für alle Reichsteile. <a href="Adolf_Hitler" title="Adolf Hitler">Adolf Hitler</a> beförderte 1936 <a href="Werner_von_Blomberg" title="Werner von Blomberg">Werner von Blomberg</a> zum Generalfeldmarschall und verlieh ihm den Marschallstab, der nach 1945 in die USA kam und heute im <a href="National_Museum_of_American_History" title="National Museum of American History">National Museum of American History</a> ausgestellt wird. In der Folge wurden unterschiedliche Marschallstäbe für <a href="Heer_(Wehrmacht)" title="Heer (Wehrmacht)">Heer</a> und <a href="Luftwaffe_(Wehrmacht)" title="Luftwaffe (Wehrmacht)">Luftwaffe</a> gefertigt.
</p><p>Auch in der Wehrmacht war es üblich, dass für den täglichen Gebrauch Interimsstäbe genutzt wurden, während die prächtig verzierten Marschallstäbe nur bei besonderen Anlässen wie etwa Paraden und bei der Meldung des verleihenden Staatsoberhaupt Verwendung fanden.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><b>Heer</b>
</p><p>Die Marschallstäbe waren beim <a href="Heer_(Wehrmacht)" title="Heer (Wehrmacht)">Heer</a> mit rotem Samt bezogen. Auf den Knäufen war unten das <a href="Eisernes_Kreuz" title="Eisernes Kreuz">Eiserne Kreuz</a> und oben der <a href="Reichsadler" title="Reichsadler">Wehrmachtsadler</a> eingelassen.<sup id="cite_ref-schlicht1_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-schlicht1-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><b>Luftwaffe</b>
</p><p>Bei der <a href="Luftwaffe_(Wehrmacht)" title="Luftwaffe (Wehrmacht)">Luftwaffe</a> waren die Stäbe hellblau bezogen. Sie trugen wie beim Heer das <a href="Eisernes_Kreuz" title="Eisernes Kreuz">Eiserne Kreuz</a> und den Wehrmachtsadler sowie zusätzlich das <a href="Balkenkreuz#Balkenkreuz_in_der_Neuzeit" class="mw-redirect" title="Balkenkreuz">Balkenkreuz</a>. Der 49 cm lange Marschallstab von <a href="Albert_Kesselring" title="Albert Kesselring">Albert Kesselring</a> tauchte im Dezember 2010 in einer amerikanischen Auktion auf.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><b>Marine</b>
</p>
<p>Seit 1900 führten <a href="Gro%C3%9Fadmiral" title="Großadmiral">Großadmirale</a> der <a href="Kriegsmarine" title="Kriegsmarine">deutschen Marine</a> an Stelle des Marschallstabes den <a href="Gro%C3%9Fadmiralstab" title="Großadmiralstab">Großadmiralstab</a> und an Stelle des Interimsfeldmarschallstabes den Interimsgroßadmiralstab (ein <a href="Fernrohr" title="Fernrohr">Fernrohr</a>).<sup id="cite_ref-buch_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-buch-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><b>Generalfeldmarschälle ohne Marschallstab</b>
</p><p>Die Generalfeldmarschälle <a href="Friedrich_Paulus" title="Friedrich Paulus">Friedrich Paulus</a>, <a href="Ferdinand_Sch%C3%B6rner" title="Ferdinand Schörner">Ferdinand Schörner</a> (beide Heer) und <a href="Robert_Ritter_von_Greim" class="mw-redirect" title="Robert Ritter von Greim">Robert Ritter von Greim</a> (Luftwaffe) erhielten keinen Marschallstab, da Paulus in Stalingrad kurz nach seiner Beförderung in sowjetische Kriegsgefangenschaft geriet, sowie Schörner und von Greim erst 1945 zum Generalfeldmarschall befördert wurden und aufgrund der Kriegsverhältnisse keine Marschallstäbe mehr angefertigt werden konnten. Schörner erhielt noch den Interimsstab.<sup id="cite_ref-buch_2-3" class="reference"><a href="#cite_note-buch-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><b>Reichsmarschall</b>
</p><p>Die formale Eigenschaft des ranghöchsten Befehlshabers einer <a href="Teilstreitkraft" title="Teilstreitkraft">Teilstreitkraft</a> der <a href="Wehrmacht" title="Wehrmacht">Wehrmacht</a> mit der ansonsten unter dem Oberbefehl Adolf Hitlers militärisch funktionslosen Bezeichnung des <a href="Reichsmarschall" title="Reichsmarschall">Reichsmarschalls</a> erforderte im nationalsozialistischen Personenkult ein besonderes Ehrenzeichen für den Oberbefehlshaber der <a href="Luftwaffe_(Wehrmacht)" title="Luftwaffe (Wehrmacht)">Luftwaffe</a> <a href="Hermann_G%C3%B6ring" title="Hermann Göring">Hermann Göring</a>. Dieser verlieh sich zu seiner von ihm selbst betriebenen Beförderung zum Reichsmarschall einen Marschallstab.<sup id="cite_ref-schlicht2_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-schlicht2-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Interimsfeldmarschallstab_2">Interimsfeldmarschallstab</h4></div>
<p>Der Interimsfeldmarschallstab war für Heer und Luftwaffe gleich und ähnlich dem Preußens. Im Unterschied hatte er aber einen glatten <a href="Knauf" title="Knauf">Knauf</a> sowie eine <a href="Ananas" title="Ananas">Ananas</a> als Abschluss. Er war mit Wehrmachtsadlern verziert.<sup id="cite_ref-schlicht1_4-1" class="reference"><a href="#cite_note-schlicht1-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Polen">Polen</h3></div>
<p>König <a href="August_der_Starke" title="August der Starke">August der Starke</a> ernannte als polnischer König August II. (1697–1733) auch königlich polnischen Generalfeldmarschälle, die einen Stab führten.
</p><p>Der <a href="Marschall#Marschall_von_Polen" title="Marschall">Marschall von Polen</a> führte als Amtszeichen einen sogenannten <a href="Pusikan" title="Pusikan">Pusikan</a>, einen Streitkolben.
</p><p>Der Präsident des <a href="Sejm" title="Sejm">Sejm</a>, der ersten Kammer des polnischen Parlaments, wird als <a href="Sejmmarschall" title="Sejmmarschall">Sejm-Marschall</a> bezeichnet. Auch er führt einen Marschallstab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Britisches_Weltreich">Britisches Weltreich</h3></div>
<p>In <a href="K%C3%B6nigreich_Gro%C3%9Fbritannien" title="Königreich Großbritannien">Großbritannien</a> wurden die Marschallstäbe bereits 1736 eingeführt und behielten seitdem ihre Form. Der Stab ist mit rotem Samt bezogen, auf dem <a href="Wappen_Englands" title="Wappen Englands">englische Löwen</a> aufgelegt sind. Am oberen Ende des Stabes ist ein berittener Ritter aufgesetzt, der einen <a href="Drache_(Mythologie)" title="Drache (Mythologie)">Drachen</a> tötet, was auf den <a href="Georg_(Heiliger)" title="Georg (Heiliger)">heiligen Georg</a> zurückgeht.
</p><p>Auch die Marschälle aus <a href="Heer" title="Heer">Armeen</a> der früheren <a href="Kolonie" title="Kolonie">Kolonien</a> des <a href="Britisches_Weltreich" title="Britisches Weltreich">Britischen Empires</a> erhielten diese Art von Marschallstäben, insbesondere <a href="Kanada" title="Kanada">Kanada</a> und <a href="Australien" title="Australien">Australien</a>.<sup id="cite_ref-buch_2-4" class="reference"><a href="#cite_note-buch-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Frankreich">Frankreich</h3></div>
<p>In Frankreich erhielten die <a href="Marschall_von_Frankreich" title="Marschall von Frankreich">Marschälle</a> seit dem 18. Jahrhundert den <i>Baton fleurdelisé</i>, 20 Zoll lang, 1,5 Zoll stark, mit blauem <a href="Samt" title="Samt">Samt</a> überzogen und mit <a href="Fleur-de-Lis" class="mw-redirect" title="Fleur-de-Lis">heraldischen Lilien</a> belegt. Auf die goldgefassten Enden sind auf einer Seite Name und Rang des Inhabers aufgebracht, auf der anderen das Motto <i>Terror belli decus pacis</i> (<i>„Schrecken im Krieg, Zierde in Friedenszeiten“</i>). Die späteren <a href="Mar%C3%A9chal_d%E2%80%99Empire" title="Maréchal d’Empire">kaiserlichen</a> und <a href="Marschall_von_Frankreich" title="Marschall von Frankreich">republikanischen</a> Marschallstäbe sind statt mit Lilien mit <a href="Adler_(Wappentier)#Napoleonischer_Adler" title="Adler (Wappentier)">napoleonischen Adlern</a> bzw. <a href="Stern_(Heraldik)" title="Stern (Heraldik)">Sternen</a> belegt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zitate_zum_Marschallstab">Zitate zum Marschallstab</h2></div>
<p>Es wird überliefert, <a href="Napoleon_Bonaparte" title="Napoleon Bonaparte">Napoleon</a> habe die Soldaten mit der Rede motiviert, dass ein jeder einen Marschallstab in der Patronentasche („giberne“) trage. Damit habe er sagen wollen, dass jeder gemeine Soldat die Möglichkeit besitze, ein Kommandierender zu werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Marschallstäbe_in_Museen"><span id="Marschallst.C3.A4be_in_Museen"></span>Marschallstäbe in Museen</h2></div>
<p>Die Marschallstäbe der im folgenden aufgeführten Generalfeldmarschälle befinden sich in Museen:
</p>
<ul><li>Kaiser <a href="Franz_Joseph_I." title="Franz Joseph I.">Franz Joseph I.</a> von Österreich, preußischer Marschallstab verliehen 1898 (<a href="Schatzkammer_(Wien)" title="Schatzkammer (Wien)">Schatzkammer in Wien</a>)</li>
<li>Kaiser Franz Joseph I. von Österreich, britischer Marschallstab (<a href="Heeresgeschichtliches_Museum" title="Heeresgeschichtliches Museum">Heeresgeschichtliches Museum in Wien</a>)</li>
<li>König <a href="Wilhelm_II._(W%C3%BCrttemberg)" title="Wilhelm II. (Württemberg)">Wilhelm II. von Württemberg</a> (<a href="Haus_der_Geschichte_Baden-W%C3%BCrttemberg" title="Haus der Geschichte Baden-Württemberg">Haus der Geschichte Baden-Württemberg</a> – <a href="Stuttgart" title="Stuttgart">Stuttgart</a>)</li>
<li><a href="Werner_von_Blomberg" title="Werner von Blomberg">Werner von Blomberg</a> (<a href="National_Museum_of_American_History" title="National Museum of American History">National Museum of American History</a> – <a href="Washington%2C_D.C." title="Washington, D.C.">Washington, D.C.</a>, <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a>)</li>
<li><a href="Maximilian_von_Weichs" title="Maximilian von Weichs">Maximilian Reichsfreiherr von Weichs</a> (National Infantry Museum – <a href="Columbus_(Georgia)" title="Columbus (Georgia)">Columbus</a>, USA)</li>
<li><a href="G%C3%BCnther_von_Kluge" title="Günther von Kluge">Günther von Kluge</a> (<a href="Deutsches_Panzermuseum_Munster" title="Deutsches Panzermuseum Munster">Deutsches Panzermuseum</a> – <a href="Munster" title="Munster">Munster</a>)</li>
<li><a href="Erwin_Rommel" title="Erwin Rommel">Erwin Rommel</a> (<a href="Festung_Reuenthal" title="Festung Reuenthal">Festung Reuenthal</a>, Schweiz)</li>
<li><a href="Leonhard_von_Blumenthal" title="Leonhard von Blumenthal">Leonhard von Blumenthal</a> (<a href="Stiftung_Deutsches_Historisches_Museum" class="mw-redirect" title="Stiftung Deutsches Historisches Museum">Deutsches Historisches Museum</a>, <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>)</li>
<li><a href="Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke" class="mw-redirect" title="Helmuth Karl Bernhard von Moltke">Helmuth Karl Bernhard von Moltke</a> (<a href="Staatliches_Historisches_Museum_Moskau" class="mw-redirect" title="Staatliches Historisches Museum Moskau">Staatliches Historisches Museum Moskau</a>, <a href="Moskau" title="Moskau">Moskau</a>)</li>
<li><a href="Albrecht_von_%C3%96sterreich-Teschen" title="Albrecht von Österreich-Teschen">Albrecht von Österreich-Teschen</a> (<a href="Eremitage_(Sankt_Petersburg)" title="Eremitage (Sankt Petersburg)">Eremitage</a>, <a href="Sankt_Petersburg" title="Sankt Petersburg">Sankt Petersburg</a>)</li>
<li><a href="Friedrich_von_%C3%96sterreich-Teschen" title="Friedrich von Österreich-Teschen">Friedrich von Österreich-Teschen</a> (<a href="Eremitage_(Sankt_Petersburg)" title="Eremitage (Sankt Petersburg)">Eremitage</a>, <a href="Sankt_Petersburg" title="Sankt Petersburg">Sankt Petersburg</a>)</li>
<li><a href="Alfred_von_Waldersee" title="Alfred von Waldersee">Alfred von Waldersee</a> (<a href="Internationales_Maritimes_Museum_Hamburg" title="Internationales Maritimes Museum Hamburg">Internationales Maritimes Museum Hamburg</a>, <a href="Hamburg" title="Hamburg">Hamburg</a>)</li>
<li><a href="Hermann_G%C3%B6ring" title="Hermann Göring">Hermann Göring</a> Feldmarschallstab (National Infantry Museum – Columbus, USA)</li>
<li><a href="Hermann_G%C3%B6ring" title="Hermann Göring">Hermann Göring</a> Reichsmarschallstab (<a href="United_States_Military_Academy" title="United States Military Academy">West Point Museum</a> – <a href="West_Point_(New_York)" title="West Point (New York)">West Point</a>, USA)</li>
<li><a href="Rupprecht_von_Bayern" title="Rupprecht von Bayern">Rupprecht von Bayern</a> (<a href="Schloss_Hohenschwangau" title="Schloss Hohenschwangau">Museum der Bayerischen Könige</a> – <a href="Hohenschwangau" title="Hohenschwangau">Hohenschwangau</a>)</li>
<li><a href="Max_von_Bock_und_Polach" title="Max von Bock und Polach">Max von Bock und Polach</a> (<a href="Milit%C3%A4rhistorisches_Museum_der_Bundeswehr" title="Militärhistorisches Museum der Bundeswehr">Militärhistorisches Museum der Bundeswehr</a>, <a href="Dresden" title="Dresden">Dresden</a>)</li>
<li><a href="Thomas_Blamey" title="Thomas Blamey">Thomas Blamey</a> (<a href="Australian_War_Memorial" title="Australian War Memorial">Australian War Memorial</a> – <a href="Canberra" title="Canberra">Canberra</a>, <a href="Australien" title="Australien">Australien</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Großadmiralstäbe_in_Museen"><span id="Gro.C3.9Fadmiralst.C3.A4be_in_Museen"></span>Großadmiralstäbe in Museen</h3></div>
<ul><li><a href="Wilhelm_II._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm II. (Deutsches Reich)">Wilhelm II.</a> (Schatzkammer der Burg Hohenzollern, <a href="Burg_Hohenzollern" title="Burg Hohenzollern">Burg Hohenzollern</a>)</li>
<li><a href="Oskar_II._(Schweden)" title="Oskar II. (Schweden)">Oskar II.</a> (<a href="Livrustkammaren" title="Livrustkammaren">Livrustkammaren</a>, <a href="Stockholm" title="Stockholm">Stockholm</a>)</li>
<li><a href="Hans_von_Koester" title="Hans von Koester">Hans von Koester</a> (<a href="Eremitage_(Sankt_Petersburg)" title="Eremitage (Sankt Petersburg)">Eremitage</a>, <a href="Sankt_Petersburg" title="Sankt Petersburg">Sankt Petersburg</a>)</li>
<li><a href="Heinrich_von_Preu%C3%9Fen_(1862%E2%80%931929)" title="Heinrich von Preußen (1862–1929)">Heinrich Prinz von Preußen</a> (<a href="Internationales_Maritimes_Museum_Hamburg" title="Internationales Maritimes Museum Hamburg">Internationales Maritimes Museum Hamburg</a>, <a href="Hamburg" title="Hamburg">Hamburg</a>)</li>
<li><a href="Henning_von_Holtzendorff" title="Henning von Holtzendorff">Henning von Holtzendorff</a> (<a href="Internationales_Maritimes_Museum_Hamburg" title="Internationales Maritimes Museum Hamburg">Internationales Maritimes Museum Hamburg</a>, <a href="Hamburg" title="Hamburg">Hamburg</a>)</li>
<li><a href="Karl_D%C3%B6nitz" title="Karl Dönitz">Karl Dönitz</a> (Shropshire Regimental Museum, <a href="Shrewsbury" title="Shrewsbury">Shrewsbury</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Marschallstab_in_der_Heraldik">Marschallstab in der Heraldik</h2></div>
<p>Der Stab ist in der <a href="Heraldik" title="Heraldik">Heraldik</a> nicht besonders verbreitet. In und hinter dem <a href="Wappenschild" title="Wappenschild">Wappenschild</a> haben nur Militärpersonen oft auch im Adelsstand diese <a href="Gemeine_Figur" title="Gemeine Figur">gemeine Figur</a> verwendet, wenn sie auch im wirklichen Besitz dieses Militärsymbols waren. Dargestellt wird er hinter dem Wappen als <a href="Andreaskreuz" title="Andreaskreuz">Schragen</a> gekreuzt und der zeigt oft die Zeichen des Originales. Manche <a href="Heraldiker" class="mw-disambig" title="Heraldiker">Heraldiker</a> rechnen diesen Stab zur <a href="Armatur_(Heraldik)" title="Armatur (Heraldik)">Armatur</a>.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Rundspitzlein" title="Rundspitzlein">Rundspitzlein</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>André Stirenberg, <a href="Andr%C3%A9_H%C3%BCsken" title="André Hüsken">André Hüsken</a>: <i>Mythos Marschallstab. Der Marschallstab in der preußischen und deutschen Geschichte von 1852 bis 1945.</i> H. M. Hauschild, Bremen 2004, ISBN 3-89757-252-4.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Marshal%27s_batons?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Marschallstäbe</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Marschallstab" class="extiw external" title="wikt:Marschallstab">Wiktionary: Marschallstab</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Plutarch-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Plutarch_1-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Plutarch, <i>Nikias</i>, 14</span>
</li>
<li id="cite_note-buch-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-buch_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-buch_2-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-buch_2-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-buch_2-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-buch_2-4">e</a></sup></span> <span class="reference-text">André Stirenberg, André Hüsken: <i>Mythos Marschallstab. Der Marschallstab in der preußischen und deutschen Geschichte von 1852 bis 1945.</i> 2004.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zeit.de/1983/35/wo-ist-sein-stab"><i>Dönitz-Erbe: Wo ist sein Stab?</i></a> In: <a href="Die_Zeit" title="Die Zeit">Die Zeit</a> vom 26. August 1983, abgerufen am 4. Juni 2020.</span>
</li>
<li id="cite_note-schlicht1-4"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-schlicht1_4-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-schlicht1_4-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Adolf Schlicht, John R. Angolia: <i>Die deutsche Wehrmacht. Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945.</i> Band 1: <i>Das Heer.</i> 4. Auflage. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-613-01390-8.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.mercurynews.com/2010/12/12/nazi-baton-fetches-731600/amp/"><i>Nazi baton fetches $731,600.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 1. Juni 2023</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AMarschallstab&rft.title=Nazi+baton+fetches+%24731%2C600&rft.description=Nazi+baton+fetches+%24731%2C600&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.mercurynews.com%2F2010%2F12%2F12%2Fnazi-baton-fetches-731600%2Famp%2F"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-schlicht2-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-schlicht2_6-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Adolf Schlicht, John R. Angolia: <i>Die deutsche Wehrmacht, Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945.</i> Band 3: <i>Die Luftwaffe.</i> Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-613-02001-7.</span>
</li>
</ol>
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</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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